Neuroorthopädie

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WAS IST EIGENTLICH NEUROORTHOPÄDIE?

Innerhalb der Orthopädietechnik gibt es drei Schwerpunkte:
Die Orthesentechnik, wobei der Körper bzw. dessen gelenkige Verbindungen unterstützt wird, um zu stabilisieren, zu führen oder zu korrigieren. Dies geschieht beispielsweise mit Bein/- Handschienen, orthopädische Einlagen, Bandagen, Orthesen, Korsetten oder speziellem Schuhwerk.
Die Prothesentechnik, versucht den bestmöglichen Ersatz von Extremitäten nach Amputationen oder Fehlbildungen mittels Körperersatzstücken, sogenannten Exo-Prothesen (keine Implantate) oder Orthoprothesen (bei Fehlbildungen z.B. Dysmelien) herzustellen. Dabei kommen beispielsweise künstliche (ausserhalb der Körperoberfläche) Knie-/Knöchel-/Hand-/ oder Ellbogengelenke zum Einsatz.
Die Rehabilitationstechnik, beschäftigt sich mit der Auswahl und der Anpassung von Hilfsmitteln und Heilbehelfen (z.B. Rollstühle, Autositze, Gehtrainer usw.). Dies werden nach ausführlicher Beratung ausgesucht, angepasst, eingestellt und je nach Bedarf mit speziell angepassten Sitzunterstützungen (Sitzschalen, Rückenschalen etc.) ausgestattet. Weiters befasst sich die Rehatechnik mit der Instandsetzung und Reparatur dieser Heilbehelfe bzw. Hilfsmittel.

Schwerpunkt (Neuroorthopädie): Neuroorthopädie beschäftigt sich mit der umfassenden Diagnostik, Analyse, Behandlung, Rehabilitation und Vorbeugung von orthopädischen Problemen des Bewegungsapparates, die bei Menschen mit Bewegungsbehinderungen durch neurogene und/oder muskuläre Erkrankungen auftreten. Dies erfordert die enge Zusammenarbeit im Multidisziplinären Team bestehend aus Klient(in), Arzt(Ärztin), Therapeut(in), Lehrer(in), Hilfsmitteltechniker(in), Betreuungspersonal, Angehörigen und sämtlichen am Behandlungsplan teilnehmenden Personen.
Definition Neuroorthopädie:
= interdisziplinärer Wirkungsbereich zwischen Orthopädie, Neurologie, Neurochirurgie u.a.
= besondere Behandlung komplexer orthopädischer Krankheitsbilder bei angeborenen und erworbenen cerebralen (lat. cerebrum „Gehirn“) Bewegungsstörungen sowie neuromuskulären Erkrankungen
= kein eigenständiges Fachgebiet, sondern eine Behandlungsphilosophie die den Wert des Lebens mit Behinderung in eine soziale Dimension interdisziplinäres Denkens sowie die multiprofessionelle Zusammenarbeit im Netzwerk erfordert.
Ziel ist eine Verbesserung der Lebensqualität bei Haltungs-, Gang-, Greif- und Bewegungsstörungen zu erlangen
(Strobl Dr. W., Wien 2009)

Ein Grossteil der individuellen Orthesenanfertigungen sowie Rehahilfsmittel werden für Krankenhäuser, Institutionen wie das Schulheim Mäder, die Lebenshilfe Vorarlberg, den AKS (Arbeitskreis für Vorsorge- und Sozialmedizin), das SMO (Sozialmedizinische Organisation) usw. in individueller Handarbeit und auf Kosten der Sozialversicherung angefertigt.

Zusammenarbeit: Da wir als Vertragspartner der allgemeinen Sozialversicherungsträger hauptsächlich auf ärztliche Zuweisungen arbeiten und deren Patienten versorgen, ist uns eine konstruktive Zusammenarbeit und Kommunikation mit der(m) verordnenden Ärztin/Arzt, sowie den behandelnden Therapeut(inn)en (z.B. Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie usw.), Eltern, Lehrpersonen, Pflegepersonal äusserst wichtig. Nur so kann im multidisziplinären Team ein Behandlungsplan erstellt und ein Behandlungserfolg gewährleistet werden.